Die provenzalische Architektur: typische Häuser inmitten aussergewöhnlicher Natur

Die provenzalische Architektur Le Petit Marseillais

Provenzalische Häuser, Mas, Villa, Bastide... die Architektur der Provence ist reich an Steinen und Geschichte.

Die typischen provenzalischen Häuser bieten oft Stoff zum Träumen: Inmitten eines Lavendelfeldes steht ein kleines Haus. Wie aus dem Bilderbuch wirkt es, und doch ist es typisch für die provenzalische Architektur. Wurde dieses charakteristische Landhaus, „Mas“ genannt, lange Zeit als schlichte ländliche Behausung aufgefasst, so gewann es doch nach und nach an Noblesse und Wertschätzung.

Kein Mas gleich dem anderen! 
Das Standard-Mas gibt es nicht, denn der Baustil ist so vielfältig wie die Region selbst. Auf Ihren Streifzügen werden Sie jedoch einige Gemeinsamkeiten erkennen können: Das Landhaus ist immer zur Südseite ausgerichtet. Wissen Sie, warum? Zunächst, um von der Sonneneinstrahlung zu profitieren, aber nicht nur. Die Südausrichtung schützt vor allem vor dem Mistral. Die Nordwand ist fensterlos. So bleibt man im Winter vor der Kälte und im Sommer vor der Hitze geschützt. Ein weiteres Merkmal ist das Satteldach.
Während Ihres Provence-Aufenthalts werden Ihnen verschiedene Mas-Typen begegnen. Ob im Lubéron, in der Camargue oder in der Crau – überall weisen die Häuser Besonderheiten auf. An dieser Stelle soll nicht weiter ins Detail gegangen werden, doch ein provenzalisches Mas erkennen Sie ausserdem in der Regel an dem umliegenden grossen Grundstück, einem Überbleibsel der landwirtschaftlichen Nutzung. Inzwischen ist die Nachfrage nach diesen Landhäusern als Familiendomizil enorm gestiegen, und damit auch die Preise.


Borie – Provence rustikal
Borie (oder „Bori“ auf Provenzalisch) wird eine Hütte aus trockenem Stein genannt.  Früher dienten diese Gebäude auf dem Land als Zwischenlager für die Ernte, wurden aber auch als Nachtlager genutzt. 
Zu finden ist die Borie noch in vielen Gegenden des Südostens Frankreichs.



Verwechseln Sie nicht Bastide mit Mas!
Wenn Sie als waschechter Provenzale durchgehen wollen, dann sollten Sie Mas und Bastide unterscheiden können. Aber keine Sorge! Selbst die Einheimischen kommen da manchmal ins Straucheln. Behalten Sie nur im Kopf, dass die Bastide ursprünglich in erster Linie ein Land-Bürgerhaus war und in der Regel ein Stockwerk mehr aufweist als das Mas. Doch selbst Frédéric Mistral, neuprovenzalischer Dichter und Nobelpreisträger für Literatur, der sich leidenschaftlich für den Erhalt der provenzalischen Sprache einsetzte, vermischte beide Bauformen und schrieb, die alte Bastide, in der er geboren sei, habe „Mas du Juge“ geheissen... In der Region um Marseille ist sehr häufig von Bastiden die Rede. 

Hoch gelegene Dörfer: Wo man den Himmel mit den Fingern berühren kann!
Bei der Betrachtung der provenzalischen Architektur müssen auch die typischen Bergdörfer Erwähnung finden. Zu den schönsten Dörfern der Region zählen unter anderem:  Séguret, Ménerbes, Gordes oder La Garde-Freinet – wahre Kleinodien inmitten sattgrüner Natur. Die Wurzeln einiger dieser Dörfer reichen sogar bis in die Urgeschichte. Aus dieser Zeit stammen unter anderem in Fels gehauene Höhlenwohnungen, die heute beliebte Ausflugsziele sind. Im Übrigen sind einige dieser uralten Behausungen noch immer bewohnt. 

Source: