Die Zitrone – der Schatz von Menton

Zitronen aus Menton Le Petit Marseillais

In Menton steht die Zitrone unangefochten im Mittelpunkt. Gehen Sie mit uns auf Entdeckungsreise in die Mittelmeerstadt und zu ihren unverwechselbaren Restanques.

Gelb wie die Sonne, die sie wachsen lässt, voll süssem Saft und umhüllt von dicker Schale – so zeigt sich die Zitrone aus Menton. Ihr hat diese kleine Stadt am herrlich blauen Mittelmeer an der Grenze zu Italien ihre Bekanntheit zu verdanken. Ein Relief zwischen Meer und Gebirge sorgt dort für mildes Mittelmeerklima, das mit Wasser, aber nicht mit Sonne geizt – die besten Voraussetzungen für Zitrusfrüchte, die mit besonders subtilen Aromen bestechen. Gourmets wissen es längst: Die Zitrone aus Menton ist keine Zitrone wie jede andere!

Eine seltene und kostbare Frucht 
Reich an Säuren und Essenzen ist die Zitrone aus Menton, und ihre Schale bordet über vor ätherischen Ölen, die ihr jene aussergewöhnlichen Geruchs- und Geschmackseigenschaften verleihen, die von Spitzenköchen so geschätzt werden. Mit dem vierfachen Zuckergehalt im Vergleich zu anderen Zitronen schmeckt sie überraschend wenig sauer. Zudem gilt sie heute als seltenes, kostbares Lebensmittel: In der Region um Menton, Roquebrune, Sainte-Agnès und Castellar gibt es nur etwa fünfzehn Landwirte, die sich voll und ganz der Agrumenzucht verschrieben haben. Jährlich produzieren sie ca. 100 Tonnen. Das mag wenig erscheinen, aber es ist genug, um die Legende um diese gottgesegnete Frucht aufrecht zu erhalten. 

Die Zitrone und das verlorene Eden 
Der Mythos, der von der Ankunft der Frucht in Menton erzählt, geht zurück auf die Schöpfung. Man erzählt sich, Eva habe, als sie und Adam aus dem Paradies vertrieben wurden, eine Zitrone mitgenommen. Adam sei dies aber nicht geheuer gewesen, sodass er Eva angefleht haben soll, die Frucht wegzuwerfen. Doch auf ihrer gesamten Reise habe Eva keine Landschaft erblicken können, die in ihren Augen würdig war, diese goldene Frucht zu empfangen. Als die Liebenden in Menton ankamen, glaubte Eva, ihr verlorenes Eden wiederzusehen. Sie beschlossen also, die Zitrone an diesem zauberhaften Ort abzulegen. 

Das süsse Leben
Man mag an Legenden glauben oder nicht..., diese besagt nichts anderes, als dass die Französische Riviera einer der schönsten Orte der Welt ist! Hier gedeihen die Zitronenbäume in terrassenförmig angelegten Plantagen, die von 800 bis 1200 Meter hohen Bergen vor den Nordwinden geschützt werden. In provenzalischer Mundart heissen diese Terrassen „Restanques“. Sie sind des Französischen mächtig? Dann lauschen Sie dem regionalen Zungenschlag und versuchen Sie, den rauen Akzent zu imitieren. Vor Ort spricht man es „Restanquö“ aus, und dabei wird das „ööööö" schön lang gezogen. Na? Klingen Sie schon wie die Einheimischen?  

Zitrone: Geschmackserlebnis und wohltuende Wirkung 
Ihre duftende Schale findet gerieben in der traditionellen Zitronentarte Anwendung oder verleiht Fischcarpaccio besonderen Pfiff. Olivenöl lässt sich ausgezeichnet mit ihrem Saft aromatisieren. Ein Teil der Ernte wird zwei Monate lang auf orientalische Art in Zitronensaft, Salz und Zucker zu Zitronenconfit kandiert. Als Essigersatz passt die Zitrone aus Menton ausserdem hervorragend zu Meeresfrüchteplatten und eignet sich sogar zum Ablöschen von Bratensatz. 


Sommerfrische der Poeten 
Obwohl Menton in erster Linie für seine Zitronen und die unverwechselbaren Terrassengärten bekannt ist, hat der von blauen Wellen geküsste Ort noch mehr zu bieten. Oft fanden dort Dichter im sanften, besinnlichen Licht ihre Inspiration. Unter anderem hielt sich Jean Cocteau regelmässig in Menton auf und schuf dort unvergessliche Werke. Die Bekanntheit des Mittelmeerortes ist nicht zuletzt auch dem „französischen Dichterfürsten“ zu verdanken. Nach unserem kleinen Streifzug stimmen Sie uns sicherlich zu: Wo Zitronen gedeihen, macht das Leben noch lange keine saure Miene! 

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